Achtung es folgt ein langer und sehr persönlicher Text….

Ich persönlich sehe mich in 10 Jahren nicht in einer Künstlerstadt wie Köln oder Berlin. Ich strebe kein Leben als Berühmtheit oder mit Berühmtheiten an. Ich bin relativ glücklich da, wo ich gerade bin. Dennoch fehlt das gewisse Etwas. Das gewisse Etwas, dass meinen Bildern die Einzigartigkeit gibt. Das gewisse Etwas, dass potentielle Kunden in meiner unmittelbaren Umgebung haben möchten. Ich möchte nicht zu kommerziell klingen, aber dennoch ist es mein Wunsch einen kreativen wundervollen Beruf zu haben, mit dem ich komplett meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Ich habe damals diesen Beruf gewählt, meine Lehrzeit absolviert und bin mir immer noch sicher: ich möchte Fotografin sein.

Schon länger beschäftige ich mich mit der Frage nach der Zukunft meiner Fotografie, meiner Arbeit. Klar ist Fotograf ein unglaublich kreativer Beruf und es gibt genug Beispiele für kreative Genies und auch genau so viele Gegensätze. Natürlich ist Kunst auf jeden Fall Geschmacksache und in der Frankfurter Schirn ist auch nicht jedes Bild und jedes Kunstwerk meins. Nachdem ich mich nun schon seit über einem Jahr sehr intensiv mit der Portraitfotografie beschäftigt habe, stehe ich seit ein paar Wochen vor einer großen Frage: Kunst oder Kommerz?

Möchte ich ein Künstler sein und meine eigenen Ideen umsetzten oder möchte ich eine Fotografin sein, wie einige andere da draußen?

Kann ein Künstler heutzutage noch seinen Lebensunterhalt bestreiten? Wobei die großen Künstler von einst auch erst zu Ruhm und Ehre gekommen sind, als sie schon länger begraben waren. Was ist mit den Künstlern aus unserer heutigen Zeit? Machen sie wirklich das, was ihnen gefällt oder das, was sich gut verkaufen lässt?

Kann ich nicht auch ein Berufskünstler sein? Kann ich nicht meinen eigenen Stil finden und ihn künstlerisch unterstreichen? Ist die Frage nach „Kunst oder Kommerz“ irrelevant und muss die Frage nicht eine ganz andere sein?

Aber wie lautet die Frage?

Was möchte ich machen? Was macht mir Spaß? Was gefällt mir?

Ist es nicht der schönste Beruf, den man mit Leidenschaft und Freude macht?

Ist es nicht viel erfüllender und auch befriedigender wenn ich arbeiten will, zu einem Termin gehen möchte und nicht einfach nur „zur Arbeit gehen muss“?

Okey, die erste Frage wäre geklärt. Kommen ich 580 weitere….

Was für eine Fotografin möchte ich sein? Babys, Hochzeiten, Tiere, Portraits?

Ist es möglich alle Sparten abzudecken oder wirkt das zu gezwungen? Kann ich in verschiedenen Sparten gleich gut, gleich künstlerisch sein? Nach langem Hin und Her kam ich zu meinem ganz persönlichen JA!

Nun stand aber schon die nächste Frage wie eine Gewitterwolke über mir. Kriege ich das hin? Wie will ich das machen? Was will ich denn als roten Faden für meine Arbeit, meine Fotografie nehmen?

Puh, das war die härteste Frage der letzten Wochen. Und auch gerade noch während ich das hier schreibe kommt eine kleine Stimme aus der hinteren Ecke meines Hirns und fragt mich, ob ich denn auch sicher bin. Ob das jemals aufhören wird?

Nachdem ich in der letzten Zeit auch viele viele Wochen durch die sozialen Netzwerke und Webseiten gestöbert habe um mir anzuschauen, was eigentlich so von anderen Fotografenkünstlern fabriziert wird, kamen mir teilweise wirklich immer wieder Zweifel ob ich je so gut werden würde wie einige von denen. Ob ich denn je einen eigenen Stil entwickeln würde? Ob ich denn nicht sogar schon einen eigenen Stil hatte? Aber mir gefallen oft nicht immer alle meine Bilder. Und wenn ich dann doch mal einen Farblook, eine gewisse persönliche Note in der Bildbearbeitung gefunden hatte sah ich am nächsten Tag im Instagramfeed wieder mal ein Bild von XY (diverse Künstler) dass mich einfach umgehauen hat. Ich verglich mein Bild mit denen der anderen Fotografen und war schon fast unglückliche, denn mir gefiel plötzlich mein Bild nicht mehr. Ich probierte mein Bild mit Hilfe von Lightroom und Photoshop so zu verändern, dass es dem Idolbild näher kam. Aber es gefiel mir dennoch nicht. Klar, den Stil von jemandem zu kopieren kann auch nicht kreativ sein und glücklich machen, dass war mit plötzlich bewusst.

Ich denke, oh ich hoffe, dass es anderen Künstlern, anderen Fotografen auch so ergangen ist oder auch so ergeht. Natürlich ist es eine menschliche Eigenart oft mit der eigenen Art, mit sich selbst unzufrieden zu sein. Dann kam ich eines Tages auf den Fotografen Felix Rachor. Er ist nicht nur Fotograf sondern auch Make Up Artist und kreiert mit Farben, Licht und Schatten echte Kunstwerke. In einer seiner Storys auf Instagram erzählte er dann plötzlich genau von meinem Problem und riet allen, nie an sich selbst zu zweifeln, solange man das tut, was einem selbst gefällt. Natürlich, es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Blickwinkel aus denen man fotografieren kann, so viele Bearbeitungsstile um seinen Bildern den eigenen und einzigartigen Look zu geben. Aber nach Aussortieren und Testen und Üben findet jeder das, was ihm gefällt.

Gesagt, getan. Ich setzte mich hin und ließ meine Gedanken schweifen. Ich testete mich durch diverse Filter und zig Bildebenen bei Photoshop und hatte plötzlich etwas kreiert. Es war einzigartig. Und es gefiel mir. Und ich schaute es mir am nächsten Tag erneut an und fand es immer noch toll. Ich stalkte meine üblichen Fotografenvorbilder bei Intsgram und merkte schon, dass ich meine Arbeit nun nicht mehr mit ihren verglich. Ich schaute erneut ein paar Tage später meine Werke an und fand sie immer noch gut.

Den letzten positiven Rest gab mir dann eine Kundin. Ich werde nächstes Jahr ihre Hochzeit begleiten und um uns und meine Arbeit näher kennen zu lernen, trafen wir uns zu einem Verlobungsshooting. Ich muss erwähnen, wie unglaublich hübsch und verliebt und passend dieses Paar doch war. Schon beim fotografieren hatte ich eine Menge Spaß. Ich packte den beiden Turteltauben eins meiner Kunstwerke auf den USB-Stick und wartetet ab. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Schon am nächsten Tag kam eine überaus herzliche Nachricht. Überwältigt. Schöne Ergebnisse. Freudentränen. Vorfreude auf die Hochzeit. Dies sind nur ein paar Schlagwörter aus der Nachricht meiner Kundin und ich wusste, ich hatte alles richtig gemacht. Mein Kunstwerk kam auch sehr sehr gut an und nach dem unglaublich langen Text möchte ich es auch endlich zeigen:

Ich möchte mich auch nochmal hier ganz herzlich für das schöne Shooting, die lieben Worte und Gesten bedanken. Und ich freue mich auch ganz besonders, dass ich ein paar Bilder der beiden auch bald hier zeigen darf. Danke J.S. 🙂

Und um euch nun nicht weiter auf die Folter zu spannen kommen hier gleich noch ein paar weitere Kunstwerke für euch:

 

Und da ich all meine Bilder zu malerischen Kunstwerken machen kann, kann ich auch weiterhin alles fotografieren, was mir Freude macht. Sinnliche Portraits, lustige Kinderbilder und auch meine überaus geliebten Tiere.

Ich freue mich, wenn euch meine Kunstwerke gefallen. Scheut euch nicht und sagt doch mal, wie sehr sie euch gefallen! 🙂 Ich gönne jetzt meinen fast wund getippten Fingerkuppen eine Pause, eure Dajana

Diesen Beitrag teilen:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du verwendest diese HTML Tags und Attribute: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*
*